Die
Geschichte von Rüdersdorf
– ist seit alters her
durch seine einmalig in der Mark Brandenburg vorkommende
Kalksteinlagerstätte bekannt.
Das Dorf – eine Gründung
der Zisterzienser - entstand 1235 – 1250 im südöstlichen Barnim, wo
das Kloster Zinna als Besitzer eines großen Landgebietes zehn Dörfer
gründete. In diesem Zeitraum entdeckten der Sage nach Rüdersdorfer
Bauern auf ihrer Feldflur das zutage tretende Kalkgestein.
Bereits zum Bau des
Dominikanerklosters in Strausberg 1254 wurde Rüdersdorfer Kalkstein
verwendet. Um 1250 entstand die spätromanische Feldsteinkirche, die
mit ihrem trutzigen Wehrturm der älteste noch erhaltene Bau aus der
Gründungszeit Rüdersdorfs ist.
Urkundlich wurde
Rüdersdorf (Roderstorp) erstmalig 1308 – 1319 erwähnt.
Mit der Annahme der
Reformation durch Kurfürst Joachim II. und der Säkularisierung des
Klosters Zinna fiel der gesamte Besitz 1553 an den Landesherrn. In
Rüdersdorf entstand in dieser Zeit ein Jagdschloss, als der Kurfürst
oft seiner Jagdleidenschaft in den heimischen Wäldern frönte.
1571 wurde der ehemalige
Klosterbesitz mit der Gründung des Domänenamtes Rüdersdorf in die
kurfürstliche Verwaltung eingeordnet. Während des 30-Jährigen Krieges
brannte das von seinen Bewohnern verlassene Dorf völlig nieder.
1652 waren nach
Landreiterstatistik drei Kossäten, vier Freileute, zwei Bergarbeiter,
der Bergschreiber und der Pfarrer anwesend. Um 1710 waren wieder alle
neu erbauten Höfe im Dorf besetzt. 1734 wurden 246 Bewohner in
Rüdersdorf gezählt.
Auf Rüdersdorfer Grund
und Boden entstand 1664 am Kesselsee eine kurfürstliche
Steinbrecheransiedlung namens „Alter Kalckgrundt“ mit zehn
Hausstellen. Einige Jahre später entstand im Tal des Tasdorfer
Mühlenfließes eine weitere Steinbrecheransiedlung in der Nähe des
alten Bergschreiberhauses namens „Neue Berge“.
Für den Ausbau Berlins
und Cöllns zur Festungsstadt lieferte Rüdersdorf große Mengen an
Kalkstein. Beide Ansiedlungen bildeten den Kern des später gegründeten
Bergmannsdorfes Kalkberge. König Friedrich II. ließ, um den Bergbau zu
fördern, Häuser für Kolonisten mit der Verpflichtung zur Bergarbeit
1764 – 1765 erbauen. In Rüdersdorf entstand die Kolonie „Hortwinkel“
1784 – 1785 für invalide Soldaten des Königs. Am 12. Mai 1812 brach im
Dorf ein Brand aus, der sämtliche Bauernhöfe erfasste. Eine neue
Kolonie zwischen Rüdersdorf und dem Hortwinkel war um 1845 im
entstehen. Sie trug als Bergarbeitersiedlung den Namen „Neue Welt“.
1856 hatte Rüdersdorf 1224 Einwohner, davon 13 Bauernfamilien, 105
Arbeiter- und 172 Bergarbeiterfamilien.
Im Juli/August 1887
verlebte Theodorf Fontane seinen Dichterurlaub im Seebad Rüdersdorf am
Kalksee. Gasthaus und Seebad waren auf dem Grundstück der alten
Ziegelei Kalksee um 1865 neu erbaut worden.
Mit dem Bau der Berlin –
Frankfurter Eisenbahn 1841 und der Ostbahn 1860, die noch weit ab von
Rüdersdorf verkehrten, wurden erstmals Reisewege erschlossen. Seit
1877 verband die Dampfschifffahrt die Rüdersdorfer Kalkberge mit
Erkner. Neue Straßen, Brücken und Chausseen verbanden Rüdersdorf mit
seinen Nachbarorten. 1900 zählte Rüdersdorf 2 996 Einwohner. Der
Tourismus zu den jährlichen Bergfestfeiern mit Besuch der
Kalksteinbrüche und anschließender Sprengung wurde immer mehr zum
Anziehungspunkt Rüdersdorfs.
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