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Die Geschichte von Rüdersdorf

 

1908 wurde Kalkberge – Rüdersdorf vom Stummfilm entdeckt. Zahlreiche Filmgesellschaften nutzten die Rüdersdorfer Kalksteinbrüche, den Ort und die Seen als Freiluftatelier. Mit dem verbunden sind klangvolle Namen von Regisseuren und Filmschauspielern wie Harry Piel, Ernst Lubitsch, Joe May, Harry Liedke, Pola Negri, Lil Dagover, Maria Carmi, Henny Porten, Hilde Sessak, Hans Albers und Emil Jannings.

Am 31. März 1931 entstand die Großgemeinde Kalkberge (ab 1934 Rüdersdorf genannt) aus den Landgemeinden Kalkberge, Rüdersdorf und Tasdorf mit 10 707 Einwohnern. Sie vereinte in sich sowohl die industriellen Anlagen (Zementfabriken, Kalkwerke und Kalksteinbrüche) wie auch die ländlichen Gebiete der drei Gemeinden.

1934 begannen die Arbeiten zum Bau der Reichsautobahn mit dem Berliner Ring. 1937 wurde der Ostring mit den mächtigen Brückenviadukten Talübergang Rüdersdorf eröffnet. Von 1935 – 1938 erbaute die Preussag Rüdersdorf in der ehemaligen Kiesgrube der Kalksandsteinfabrik Michel eine Siedlung, bestehend aus 70 Wohnhäusern, mit Namen „Bergmannsglück“. 1936 wurden hier 50 Bergarbeiterfamilien aus der Niederlausitz angesetzt.

Rüdersdorf wurde in der Nachkriegszeit der größte Baustoffproduzent in Ostdeutschland. 1953 erhielt der Ort durch den Bau der Thälmannschule erstmals eine Gesamtschule und 1956 ein kulturelles Zentrum mit dem Martin-Andersen-Nexö-Haus. In den Jahren 1965 – 1967 wurden am Kalksee neue medizinische Einrichtungen für den Ort und Kreis erbaut. Es entstand das neue Kreiskrankenhaus mit Kinderstation und Poliklinik.

Mit dem Beschluss, 1969 eine fünfte Drehrohrofenstraße im Zementwerk IV zu erbauen, wurden tief greifende Einschnitte in die Struktur des Ortsteils Kalkberge notwendig. Seit 1972 begann die Teilortsverlagerung im Bereich der Reden-, Garten-, Breitscheid-, Schulstraße und Straße der Jugend. Sämtliche Grundstücke wurden geräumt und die Bewohner zogen in die Neubauwohnungen in der Brückenstraße. Anfang der 80-er Jahre wurde der Seilscheibenpfeiler und große Teile der Heinitzstraße geräumt und abgerissen. Der Heinitzsee – ehemals ein gefluteter Tagebau – wurde 1975 – 1976 gesümpft und für den Restabbau genutzt. Damit war nicht nur der einstige Königssee der Mark Brandenburg verschwunden, sondern auch die alten historischen Wohngebiete des Bergmannsdorfes Kalkberge.

In der Wendezeit – nach Untergang der alten Strukturen der DDR – veränderten sich Politik, Verwaltung und Wirtschaft.

Der neue Besitzer des Kalksteintagebaus und der Zementfabriken sah eine der ersten Maßnahmen in der Verbesserung des Umweltschutzes und des Abrisses der zerschlissenen Zementfabriken. Die Senkung der Staubemission in Rüdersdorf konnte bis 1995 erfolgreich durchgeführt werden.

Quelle : Reinhard Kienitz, April 2005 (gekürzt)

 

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